Harald Piesch
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Auf zum Berg, zum Trinkwasser.
 
In der Regel fließt das Wasser im Tal. Am 25. Okt. 2013 konnten wir 13 Mannen am  Wasserwerk Zeigerheim bei Bad Blankenburg hören, wie das Rohwasser aus dem Thüringer Schiefergebirge von der Vor- und  Haupttalsperre Leibis unter unseren Füßen ins Werk einströmte. Trotz der großen Rohre war kaum ein Wort von Christian Gerbert zu hören. Als Bereichsleiter fürs WW und Netze gab er sich redlich Mühe, unseren Wissensdrang zu stillen, wie die 1600m³ pro Stunde einfließenden Wassermassen (mit fast Trinkwasserqualität) zu gutem Trinkwasser verarbeitet, gespeichert und bis nach Altenburg verteilt werden. Wer diese Größenordnung mal erlebt hat weiß, das Trinkwasser zu schätzen, was jeder einzelne von uns mit 75 Liter/Tag verbraucht ( ohne Industrie). Die Kapazität des WW könnte 500 000 Menschen mit dem wichtigsten Lebensmittel versorgen. Was für eine gewaltige Verantwortung vom Einzugsgebiet Neuhaus, Lichte, Schmiedefeld und Reichmannsdorf, wo die geklärten Abwässer und Oberflächenquellen in den Stausee Leibis fließen bis zum letzten Wasserhahn in Gera, Altenburg oder Orlamünde vor Kahla und Jena. So erfahren wir auch, warum Jena lieber eigenes schlechtes hartes Wasser trinkt als das gute weiche Fernwasser für 61 Cent/m³. So ist das auch mit Saalfeld und Rudolstadt, wo nur etwa je 50% Fernwasser genutzt wird um eigene Arbeitsplätze und eigene Anlagen im ZWA und einen stabilen Trinkwasserpreis weiter zu erhalten. Der Schaden bei den nachfolgenden Verbrauchern bleibt meistens außen vor. Die Brauerei Saalfeld hat jedenfalls weiches Fernwasser, Glück gehabt. Als ehemaliger ZWA Mitarbeiter habe ich es mit zu verantworten, dass unser sonst so freundlicher kompetenter Wasserwerksführer stink sauer ist, dass er mit seiner Familie in Volkstedt auf das zu harte Wasser vom ZWA angewiesen ist. In der werkseigenen modernen Küche konnten wir Christian G. zum leckeren Abendbrot einladen bei Bier und Wasser, bei weiterem Thema zum Wasser auch außerhalb unserer Grenzen in Europa zum Beispiel im Jordanland mit Israel und  Palästina. Vielen Dank der Familie Ströhl ( Mann und Frau ) sowie Christfried Herklotz für die Verpflegung und besonders vielen Dank an die Leitung des Wasserwerks und besonders  an Christian Gerbert, die uns außerhalb jeder Besichtigungszeit dieses Erlebnis ermöglichte. Übrigens unser Kreis ist für Jeden offen, er muß nur ein Mann sein und christliche Werte schätzen.
Harald Piesch