Christfried Herklotz
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Männerschmieden im PSW

Auf Initiative von Marcus Goldhahn trafen sich die Männerschmieder am Freitag, 1. März im Pumpspeicherwerk in Hohenwarte.
Unter der sehr sachkundigen Führung von Rainer Helbich und Thomas Schulz durften wir die heiligen Hallen der Energieversorgung betreten. 8 Aggregate in unvorstellbarer Dimension begeisterten die Männer. Die Sauberkeit der Anlagen löste Erstaunen aus. Der Weg führte durch die große Halle mit den Schaltschränken aus dem vorigen Jahrtausend. Alle Tafeln und Schaltelemente sind, obwohl bereits 1966 montiert noch voll in Funktion.
Jedes einzelne Aggregat kann im Generator- oder Pumpbetrieb laufen, je nach Anforderung. Dabei werden ca. 4MW Leistung erzeugt oder verbraucht.
Der Generator, die Pumpe, die riesigen Lager, alles konnte von uns bis in die tiefste Tiefe in Augenschein genommen werden.
Zuletzt durften wir sogar das Allerheiligste, die Schaltwarte betreten. Dort erfuhren wir, dass im ganzen Werk nur 3 Mitarbeiter während einer Schicht tätig sind. Diese müssen alles beobachten, dokumentieren und im Störungsfall eingreifen. Läuft alles normal, liegt die gesamte Steuerung des PSW in „den Händen“ eines zentralen Computersystems. Von Goldisthal aus kommt der Befehl zum Strom erzeugen oder speichern. Dabei läuft alles automatisch ab. Manchmal wird nur für wenige Minuten Energie verlangt oder angeboten.
Früher war der Pump- oder Generatorbetrieb genau nach Tageszeit geregelt. Nachts wurde gespeichert und in den Spitzenzeiten am Tag Strom geliefert. Heute ist durch das Erneuerbare Energie Gesetz alles anders. Die PSW’s müssen sich nach dem Wind und der Sonne richten. Und der weht bekanntlich wie er will.
In einer umfangreichen Präsentation schilderte uns Hr. Schulz im Gemeindehaus in Eichicht noch genauer die Zusammenhänge und Probleme des PSW. Unverständlich blieb allen warum das PSW ein Netznutzungsentgeld bezahlen muss, während Großverbraucher verschont werden Dies wäre eine politische Entscheidung, die die Bilanz des PSW erheblich durcheinander wirbelt.
An diesem Abend durften wir neben interessanten Dingen aus unserer unmittelbaren Umgebung wieder auch die gute Gemeinschaft miteinander erleben.
Schön, dass es das Männerschmieden gibt, wo ganz unterschiedliche Männer an einem Tisch versammelt essen und trinken und über die großen aber auch ganz persönliche Dinge miteinander reden, beten und singen.