Marcus Goldhahn
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Männerschmieden am 03.02.2012

Der Bericht über das Männerschmieden am 03.02.2012 wird gezeichnet sein von meinen persönlichen Eindrücken als ein “Neuer” unter den „Schmieden“ aus Saalfeld. Wie kann es auch anders sein, fiele doch die Aufgabe der Berichterstattung immer auf die Lehrlinge, wie man mir mit einem gemeinschaftlichen Lachen sagte.
Am 24.01. erreichte mich die Nachricht, dass es eine Möglichkeit wäre, zum Männerschmieden durch den nächtlichen Winterwald zu wandern und dies mit einer geselligen Runde im Pfarrhaus Hoheneiche abzuschließen. Den doch eher frühlingshaften Winter der vergangenen Wochen noch vor Augen konnte ich mir nicht vorstellen, dass sich das gerade einsetzende Winterwetter lange halten würde. Es kam anders und mit Temperaturen sehr deutlich unter null Grad machte das Vorhaben seinem Namen alle Ehre.
Wir trafen uns also um 18:30 Uhr im Pfarrhaus an der Johanneskirche und es gab eine kurze Abstimmung über den weiteren Verlauf des Abends. Der Empfang war sehr herzlich, ohne jede Spur von Verschworenheit. Die Mannen also kurzerhand auf einige Fahrzeuge verteilt, machten wir uns auf den Weg auf die Höhe. Dort angekommen bezogen wir mit all dem Mitgebrachten einen kleinen, gut geheizten und zum Verweilen einladenden Raum. Das Feuer im Kaminofen prasselte bereits und für einen Moment rückte die Wanderung gedanklich in weite Ferne. Aber nichts da - ein Mann ein Wort…
So begaben wir uns gut stirnbeleuchtet und nach dem vielfach bewährten Zwiebelprinzip gekleidet in den Wald. Zum Silbersee sollte uns der Weg führen. Zwar eher ungeeignet für leichtgekleidete Indianer à la Karl May, bot der Weg einiges an filmreifer Kulisse. Der Anblick des verschneiten Waldes, das Knirschen der genau 12 Paar Winterschuhe und das Wissen um die Brüder vor und hinter einem ließen mich Abstand von dem gewinnen, was mich in der zurückliegenden Woche vereinnahmt hat und schaffte Raum für Ruhe und Einkehr. Viele Gespräche wurden bereits auf dem Weg geführt und es war interessant zu hören, was den Nebenmann gerade beschäftigt. An einem kleinen Teich, nach gut einer halben Stunde Marsch, beschlossen wir, dass wir das Ziel „Silbersee“ in ein Ziel „Gewässer“ ummünzen sollten. Wir begaben uns also nun wieder bergan nach Bernsdorf und von da aus durch den Wald zurück nach Hoheneiche. Ich will es nun nicht als alleinigen Beweggrund hinstellen, aber bestimmt spielte die Aussicht auf das wärmende Feuer und die mitgebrachte Verpflegung eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Wahl der „Abkürzung“.
Kurz vor dem Hoheneichener Pfarrhaus bot uns der Nachtimmel die Gelegenheit, dem Bild auch noch Ton hinzu zu fügen. „Der Mond ist aufgegangen“, ein herrliches Lied und zu meiner Freude - als quasi alter Chorhase - sehr melodie- und textsicher aus zwölf Männerkehlen dargeboten. Bewegung an der frischen Luft macht hungrig und singen zugegeben auch ein wenig durstig. Die nächsten Schritte waren damit klar. Zünftig mit frischem Brot, guter Butter und regionaler Wurstware stärkten wir uns. GesprächeUnsere wanderung und Diskussionen über all das, was man in der vergangenen Zeit erlebte, begleiteten das Abendessen. Für weiteren Gesprächsstoff sorgte das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Mt. 20, 1-16). Für mich war es spannend zu hören, wie die Brüder das Gleichnis verstehen und was sie aus ihrem Leben diesbezüglich mitbringen. Meine Sicht auf das oft gelesene Gleichnis hat sich durch den Abend mit den „Schmieden aus Saalfeld“ erweitert und ich bin gespannt auf weitere Abende in dieser Runde.
Mit einem Gebet und dem Segen wurde der Abend beschlossen und alle fuhren wieder in Richtung Saaletal. Für mich war es nicht nur ein „Dabeisein“ sondern mir wurde das Gefühl des „Willkommenseins und Dazugehörens“ vermittelt.
Das Bild zeigt unsere Wanderung durch den Winterwald – danke für die zur Verfügung gestellten Daten.