Christian Sparsbrod
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Christentum und Buddhismus

Da der zweite Anlauf, das Männerschmieden auf dem Eberstein zu verbringen, fehlgeschlagen ist, hatte uns Harry am 3.9.2010 in seinen lustig, verspielten Garten eingeladen. Zunächst grillten, aßen und tranken wir. Dann genossen wir eine Führung durch den Garten und konnten nützliche Beete und stille Ecken entdecken zum Ruhen und Liegen, Sitzen und Wiegen. Später, schon beim Schein der Fackeln übten sich einige im Werfen von Hufeisen. Der Abend ging dann weiter in der mit Wein bewachsenen, geflochtenen, offenen und doch geschützten Rundhütte beim Feuer in der Waschmaschinentrommel.

Das Thema des Abends war das Verhältnis zwischen Christentum und Buddhismus, angeregt durch die Septemberausgabe 2010 der Zeitschrift Zeitzeichen, in der auch ein zweiseitiger Artikel über Oskar Gottlieb Blarr und das Himmelfahrtsoratorium erschienen ist, das am Sonntag hier in Saalfeld uraufgeführt wird. Wir entdeckten, dass nicht wenige Christen gerade die buddhistische Meditationspraxis für sich angenommen haben und praktizieren. Außerdem hörten wir davon, dass das Gottesbild, das Menschen haben, abhängt von verschiedenen Faktoren wie z.B. eigene Biographie, Zeitepoche oder Machtinteressen. Deshalb sollten wir, so wie auch im Buddhismus, vorsichtig sein, Gott auf ein bestimmten Bild festzulegen. Aber auch das sind ja Gedanken der Bibel: „Du sollst dir kein Bildnis machen...“.

Ebenso beschäftigte uns die Frage nach der Sündenlehre der Kirche in ihrer Geschichte. Der Buddhismus verbreitet keine Selbsterlösung, sondern betont, dass der Mensch einen Anteil hat an seiner inneren Entwicklung nach Erlösung, auch wenn natürlich gilt, dass Gott erst heilend und erlösend wirken kann, wenn der Mensch innerlich leer ist, leer, wie eine offene Schale vor Gott. Einzelnen Stimmen in der Runde wiesen drauf hin, dass eine bestimmte Sündenlehre der Kirche Menschen über lange Zeit eher mit Schuldgefühlen belastet hat und klein halten wollte und auch dadurch Macht ausgeübt worden ist.

Mit Singen von Liedern durch Colum und auch gemeinsam ging der Abend zu Ende. Das nächste Männerschmieden ist voraussichtlich am 15.10.2010, der dritte Anlauf, den Abend in dem kleinen Jagdschlösschen auf dem Eberstein zu verbringen.