Bernd Schiffner
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Abenteuer am Nanga Bohlen

 

Am Freitag, dem 23. April 2010, war wieder Männerschmieden angesagt. Und wie! Diesmal hatten wir uns Katarina Schubert, unsere geschäftsführende Pastorin in Saalfeld, eingeladen. Gegen 19 Uhr trafen wir uns in Obernitz an der neugeschaffenen Erklärungs- und Aussichtsplattform gegenüber dem weithin bekannten geologischen Lexikon namens Bohlenwand. Zuerst schlenderten alle Gekommenen auch gemütlich im Tal entlang bis zum Fuße des Zimmermannsattels. Dort meinte Christian Sparsbrod:“ Wären wir wie in unsrer Jugend, würden wir hier und heute hochklettern.“ Kaum gesagt machten sich bereits die ersten auf den steinigen Weg nach oben. Nach und nach stiegen viele das kleine Schuttkar und danach den Trockenrasenbuckel zum Sattel hoch. Und das in Alltagskleidung, denn Bergsteigen war eigentlich gar nicht vorgesehen heute Abend. Oben angekommen wurden wir durch einen rotorangenen Sonnenuntergang über den Saalfelder Gartenkuppen belohnt.

Nach dem unspektakulären Abstieg fanden wir uns zu Vierzehnt zusammen im Obernitzer Gemeindehaus bei Pfarrer Bodo Gindler, der uns sehr freundlich Willkommen hieß. Beim Abendessen fand Jürgen Tauchens Grünkern-Kräuter-Brotaufstrich reißenden Absatz.

Jetzt war die Zeit für Katarina Schuberts Referat über „ Typisch Mann – Typisch Frau“ gekommen. Sie gliederte ihren Beitrag in sieben Schritte und begann mit Grönemeyers Lied „Wann ist ein Mann ein Mann“ von 1984. Aus eigenen Erfahrungen gespeist und mit geschichtlichen Entwicklungen untermalt, zeigte sie das Ziel auf, ein neuer Mann zu werden. So wie Jesus. Nicht genau so, aber so ähnlich. Eine Nummer kleiner sein zu wollen ist auch schon großartig, nämlich Liebe zu finden. Vom Lied Grönemeyers zum Hohelied Salomos führte ihr Gedankenweg. Kapitel 8: „Unter dem Apfelbaum weckte ich dich, wo deine Mutter mit dir in Wehen kam, wo in Wehen kam die dich gebar. Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich. Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des Herrn, sodass auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertrinken können.“

Selbstverständlich gab es nach diesem Referat eine lebhafte Diskussion, die auch bei wenigen klischeehaftes Denken in Bezug auf „Typisch Mann – Typisch Frau“ aufzeigte. Aber so ist das Leben nun mal. Manche Prägungen sind schwer rückgängig zu machen. Festgefahrene Denkautobahnen sind schwer einzuebnen. Und durch richtige Wanderwege zu ersetzen. Aber einen Versuch oder mehrere ist es allemal wert. Nur so wird man zum neuen Mann.

Mit Rädern und einem Automobil machten wir uns genau beim Mitternachtsschlag auf die Wege nach Hause. Das nächste Männerschmieden wird sein am Freitag, dem 18. Juni 2010, Kontakt Pfr. Christian Sparsbrod, Telefon 03671-455-9431.

 

Bernd Schiffner