Enno Pfaffenberger
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 Männerschmieden im Weltladen

 
Wenn ich mir im Supermarkt eine preiswerte Tafel Schokolade kaufe - verschwende ich dann auch nur einen Gedanken daran, das für den selbstverständlichen Genuss in einer anderen Ecke der Welt, vornehmlich auf den Kakao-Plantagen der Elfenbeinküste, Kinder wie Sklaven gehalten werden und bis zu 15 Stunden am Tag schuften müssen, das diese Kinder keine Schule besuchen können, das die medizinische Betreuung für diese Kinder gleich null ist, das diese Kinder nicht einmal erahnen, wie Schokolade schmeckt, geschweige denn schon mal welche gekostet haben? - Nein, daran denke ich nicht!
 
Zur Adventszeit, am 4. Dezember trafen wir uns zum letzten Männerschmieden im Jahr 2009 im Weltladen in Saalfeld. Zuerst einmal war das Begutachten des “Kolonialwarenangebotes” der Regale angesagt. Anschließend gab Uwe Gräbner, ehrenamtlicher Mitarbeiter im Weltladen Saalfeld einen Einblick in das Anliegen der Weltläden im Allgemeinen und speziell am Beispiel des Kakaos. Außerdem schauten wir uns noch ein Video an, in dem die Ungerechtigkeit auf dieser Welt noch einmal verdeutlicht wurde, aber auch Wege für ein wenig mehr Gerechtigkeit aufgezeigt wurden.
 
Das Prinzip ist ganz einfach: In den armen Herstellerländern der für uns eigentlich exotischen Waren bildeten sich Genossenschaften, auch auf Anregung ihres Abnehmers und Handelspartners GEPA.. Dabei werden Festpreise gezahlt, die über den schwankenden Weltmarktpreis liegen. Die Abnahme wird garantiert. Das gibt den Bauern, die für unseren Kaffee-, Kakao- und Teegenuss ihren Rücken krumm machen, eine finanzielle Sicherheit und somit Lebensqualität. Und weil die Produkte nicht über profitgierige Zwischenhändler weitergereicht werden, bleibt das Endprodukt für den normalsterblichen deutschen Endverbraucher immer noch erschwinglich. Das gleiche Prinzip wird auch für andere Artikel wie Kunstgegenstände und Musikinstumente, die man im Weltladen erwerben kann, angewendet. Es nennt sich schlicht und einfach “Fairer Handel”. Die GEPA ist Hauptlieferant der Weltläden. Es gibt aber auch einige Supermarktketten, die auch bei der GEPA ordern.
 
Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen wurde sich locker unterhalten und auch so manche Tafel fair gehandelte Schokolade spendiert. Auf Anregung von Pfarrer Christian Sparsbrod gaben die Männer, die schon einmal Entwicklungsländer bereisten, ihre Erfahrungen und Eindrücke weiter. Alles in allem war es ein sehr informativer und interessanter Abend.
 
Enno Pfaffenberger