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Männerschmieden trifft Gewaltlos leben
 
Dass in Langenschade beim starkem Wind der Strom wegbleibt, scheint nicht selten zu sein. Denn kurze Zeit, nachdem sich die Männerrunde im "Roten Loch", dem Erdgeschossraum des Langenschader Kirchturmes versammelt hatte, wurde es dunkel. Zwei gute Geister aus dem Gemeindekirchenrat, die im Nachbarhaus wohnen, kamen alsbald herbei mit einem Schwung Kerzen, die für den Rest des Abends eine vorweihnachtliche Atmosphäre zaubern sollten.
 
Mit Wolfgang Relius und Gabi Tinz von der 1984 gegründeten Gruppe "Gewaltlos leben" hatten wir diesmal zwei Gäste, die sowohl über die Vergangenheit dieser basisdemokratischen Gruppe berichteten, als auch über deren Gegenwart. Die Gruppe kümmert sich seit Jahren um bosnische Kinder, begleitet diese durch regelmäßige Kontakte, gegenseitige Besuche und Geld.
 
Warum macht ihr das? Wo kommt "Gewaltlos leben" her? Warum ist die Gruppe nach dem Tod Ihres Anregers Pfarrer Jo Winter 2006 nicht im Sande verlaufen? Diese und weitere Fragen lockten Erinnerungen und Erklärungen hervor aus dem Innenleben der DDR-Provinz und der dort lebenden Menschen von Anfang der achtziger Jahre an bis heute. Führten zu Rückfragen, neuen Antworten, aber auch zu einem Lebenszwischenstandsbericht über ein ausgebürgertes Leben im anderen deutschen Staat, am Rhein.
 
Dass zwischendurch gegessen und getrunken wurde und auch ein paar kurze Pausen eintraten, tat dem Abend gut, denn nur so können die Gedanken durchlüften. Die kleine Kirchenhalle aus Sandsteinmauerwerk, die Ruhe, nur Windgeräusche draußen, die gescheite und ausdauernde Arbeit von "Gewaltlos leben" ... es war ein ruhiger Abend mit Krafttankqualitäten. Wir sind´s nicht allein, die wirken, es weht auch der Geist. Um die Kirche von Langenschade und überhaupt.
 
Das nächste Männerschmieden wird sein am Freitag, dem 4. Januar 2013, Treffpunkt 18:30 Uhr an der Johanneskirche in Saalfeld. Kontakt Pfarrer Christian Sparsbrod, Telefon 03671-4559431.
 

Bernd Schiffner